So war 2016

Diese Woche erschien mit Till Burgwächters „Die Wahrheit über S.E.X.“ unsere letzte Neuerscheinung in diesem Jahr. Da jetzt hier nur noch das Weihnachtsgeschäft und die Vorbereitung des Jahresabschlusses ansteht, nutzen wir den Moment für einen kleinen Jahresrückblick. (Warum schreibt der Herr Verleger eigentlich immer „wir“, wenn doch spätesten seit der jüngsten Berichterstattung in der Aller Zeitung bekannt ist, dass er den Verlag zum Großteil alleine schmeißt. Eine Angewohnheit, eine Marotte oder der Wunsch, doch mal gerne ein paar Angestellte herumzukommandieren? Man weiß es nicht.)

Doch zurück zum Jahresrückblick. Das Jahr 2016 sollte eigentlich gelassen und mit einigen strukturellen Verbesserungen beginnen. Auf der Agenda stand: Ein Außenlager oder endlich der Schritt zur Verlagsauslieferung, ein neues Logo, die Optimierung der Buchhaltung usw. Nicht, weil uns das alles Spaß macht, sondern damit mehr Zeit und Muße für die Programmgestaltung bleibt. Das mit dem neuen Logo hat, dank der wunderbaren Arbeit von Marcel Pollex, geklappt. Der Rest … nun die Buchhaltung ist so chaotisch wie immer und ein Lager suchen wir immer noch, sind aber anscheinend kurz vor dem Ziel. Drückt uns mal die Daumen, dass Frau Verleger zukünftig nicht mehr über Bücherkartons im Wohnzimmer stolpert. Dafür haben wir uns mit ganz anderen Sachen beschäftigt: Erweiterte Neuausgaben von Frank Brökers „Eishockey“ und Francis Kirps „Planet Luxemburg“ mussten her. Und wir hatten dass Glück, eine limitierte Sonderausgabe von Frank Schäfers wunderbaren Roman „Die Welt ist eine Scheibe“ herausbringen zu dürfen – unser erstes Hardcover! Als neuen Verlagsautoren konnten wir Thomas Kempernolte mit seinem Elm-Lappwald Radtourenbuch gewinnen. Unvorhergesehen war, dass wir unseren Webauftritt komplett neu gestalten mussten. Unser in die Jahre gekommenes System brach stückchenweise zusammen und machte diesen radikalen Schritt notwendig. Vielen Dank an dieser Stelle an Holger Reichard! Dank ihm besitzen wir jetzt ein zeitgemäßes Redaktions- und Shopsystem. Hoffentlich hält es ein paar Jahre durch.

Und dann war auch schon der Herbst da. Im September erschienen gleich zwei Bücher. Zum einen, dass von B. Trinker herausgegebene und in Zusammenarbeit mit der HBK Braunschweig entstandene, „Braunschweig schön trinken“. Der belletristische Kneipenführer durch die Löwenstadt ist unser Beitrag zum Erhalt und Gedenken an das Weltkulturerbe Eckkneipe. Zur Vertiefung in das Thema empfehlen wir den Artikel von Christopher Kulling in news38, der das Buch stilecht in einer Kneipe rezensiert hat.
Francis Kirps hat mit „Die Klasse von 77“ einen beachtlichen Beitrag zum Genre Coming of Age-Roman und zum 40. Geburtstag von Punk geleistet, auf den wir mächtig stolz sind und der von Presse und Publikum bisher sehr gut aufgenommen wurde. Anselm Neft fasst den Inhalt treffend so zusammen: „In Die Klasse von ’77 entsteht die Punkbewegung aufgrund der Umtriebe von Grundschulkindern im verschnarchten Luxemburger Örtchen Piggeldingen. Wer nun an eine Art Der kleine Nick auf Speed plus LSD denkt, liegt ziemlich richtig. Kirps fabuliert sich in einen Rausch voller kauziger Figuren und gelungener Späße. Befeuert von den Ramones, Schlümpfen, wie sie sein sollten, wenn es sie denn gäbe, gründet der Icherzähler mit seinem Freund Ralphie und dem krassen Krustie eine Band.“

Im Oktober kam dann, pünktlich zu den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag des Bundeslandes, Axel Klingenbergs „Die Wahrheit über Niedersachsen“ heraus. In der Tradition seiner eigenen Bücher wie „Döner mit Braunkohl und Bier – Das Braunschweig-Buch“ und „Schmorwurst am Brocken – Das Harz-Buch“ gelingt ihm eine Mischung aus Information und Schelte über Land und Leute.
Ein paar Tage später brachte der Spediteur endlich die heiß ersehnten Metal-Malbücher von Renatus Töpkke und Martin Hoffmann mit dem Titel „Wer malen will, muss Metal sein!“. Ein Metal-Malbuch? Was ist das überhaupt, was macht man damit und wer braucht sowas? Mögliche Antworten gibt der schöne Beitrag von Peter Backof im Deutschlandfunk (unten rechts auf das Foto im Artikel klicken – dann spielt sich der Sendebeitrag ab).

Weniger schön war der Ausgang des jahrenlangen Rechtsstreit um die Verteilung des „Kopiergroschens“ der VG Wort zwischen Autoren und Verlagen (Zum Hintergrund). Uns flatterte nun kürzlich eine ordentliche Rückzahlungsforderung im Haus. Natürlich müssten wir für solche Fälle Rücklagen bilden, aber das ist gar nicht so einfach für einen kleinen Verlag. Nun hoffen wir auf ein ordentliches Weihnachtsgeschäft, damit wir auch noch im nächsten Jahr schöne und ungewöhnliche Titel herausgeben können.

Natürlich möchten wir nicht versäumen, uns bei einigen Menschen zu bedanken – bei allen Autoren, Grafikern und Lektoren; bei den Menschen, die mit uns Veranstaltungen auf die Beine stellen (Alexandra Schlagowski erwähnen wir an dieser Stelle ganz besonders); bei unseren Kunden und Vertriebspartnern; bei all den Pressemenschen, die uns wohlgesonnen sind und ganz besonders bei Frau Verleger. Habt alle einen schönen Jahresausklang und gute Pläne für 2017!

Ihr Verlag Andreas Reiffer

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